Kamiq-Motorensortiment
Nächster Szenenwechsel: Autobahn, Tempo 130. Alles ruhig – überraschend ruhig für einen Dreizylinder mit 115 PS. Wir sind mit dem Turbobenziner 1.0 TSI unterwegs, der zwischen 2.000 und 3.500 Touren 200 Nm Spitzendrehmoment frei gibt (Kraftstoffverbrauch 6-Gang/7-Gang-DSG: 5,1 Liter auf 100 km, 116 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse B). Auf die Vorderachse verteilt wird die Antriebskraft über ein manuelles 6-Gang-Getriebe oder, wie in unserem Testwagen, über das komfortable, 1.800 Euro teure 7-Gang-DSG. Der Ein-Liter-Ottomotor wirkt für das angeschlagene Tempo erstaunlich unangestrengt – er läuft noch mit ausreichend Reserven, namentlich gut 60 km/h. Die schwächere Variante des 1.0 TSI arbeitet in dieser Situation – mit 95 PS und 175 Nm – hörbar näher an der eigenen Grenze (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 4,9/5,0 Liter auf 100 km, 113 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse B). Das liegt auch an der Verbindung mit dem enger gespreizten 5-Gang-Handschaltgetriebe. Der Vorteil dieser Kombination: Er ist 3.000 Euro günstiger als unsere Testmodell-Antriebsvariante und kostet über 4.000 Euro weniger als der sparsame Vierzylinder-Diesel 1.6 TDI mit 115 PS und 250 Nm (Kraftstoffverbrauch 6-Gang/7-Gang-DSG: 5,1/5,0 Liter auf 100 km, 116/113 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse A).
Der Diesel fungiert zum Markstart als der Motor für Kilometermacher. Aber fehlt Ihnen im Kamiq-Sortiment nicht auch etwas wie ein alternativer Antrieb? Sparsame Diesel und raffinierte Benziner sind schön und gut, aber – so unsere Ansicht – anno 2019 nicht mehr der Stein der Weisen: insbesondere für einen Debütanten. Besserung ist aber in Sicht: Neben einem Vierzylinder-Benziner mit 150 PS, dem 1.5 TSI, wird Skoda im Kamiq bald auch einen Erdgas-Antrieb entfachen. CNG-Motoren sind aktuell weniger gefragt als Elektromotoren, in der ökologischen Gesamtbilanz jedoch ähnlich gut aufgestellt; vor allem, wenn sie mit Bio-Gas oder E-Gas betankt werden.
Wie dem auch sei – der neue Skoda hat Glück, dass alternative Antriebskonzepte bei den kompakten und semi-kompakten SUV weiter dünn gesät sind: Der Seat Arona ist als Erdgasmodell Seat Arona TGI unterwegs; BMW hat mit dem 4,3 Meter langen Mini Countryman Plug-in-Hybrid ein hybrides Eisen im Feuer. Sonst muss der Blick weit, nach Fernost, schweifen, um Alternativen zu entdecken: zum Beispiel den 4,16 Meter langen Hyundai Kona Elektro oder den 4,36 Meter langen Kia Niro, der mit der Elektro-Variante e-Niro und zwei Hybrid-Variationen auftrumpft.